Krise bei Kettcar-Hersteller Kettler spitzt sich weiter zu

Die Krise beim Kettcar-Hersteller Kettler spitzt sich weiter zu. Es sehe «sehr düster» aus für das Unternehmen mit rund 720 Mitarbeitern, sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums am gestrigen Mittwoch (7. November) der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Zuvor war der Versuch der Landesregierung, alle Beteiligten noch einmal an einen Tisch zu bringen, gescheitert.
Krise bei Kettcar-Hersteller Kettler spitzt sich weiter zu
Bild: Jörg Carstensen/dpa

«Ich bin sehr enttäuscht, dass die Heinz-Kettler-Stiftung das Moderationsangebot meines Hauses nicht angenommen hat. Das Stiftungskuratorium hat sich hier konsequent verweigert», sagte der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP). Die Verantwortlichen im Unternehmen seien nun gehalten, alternative Wege zu beschreiten. «Wir werden den Prozess eng begleiten und alles daran setzen, um möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten und den Beschäftigten und ihren Familien eine gute Perspektive zu eröffnen», sagte Pinkwart. Von der Stiftung selbst war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Eine Kettler-Sprecherin betonte, es werde dennoch «weiter an Lösungen für den Fortbestand des Unternehmens» gearbeitet. Kettler droht nach eigenen Angaben noch in dieser Woche das Aus, wenn es nicht gelingt, kurzfristig eine Zwischenfinanzierung sicherzustellen. Der Geschäftsbetrieb müsse dann schon an diesem Freitag eingestellt werden. Die rund 720 Mitarbeiter würden entlassen.

Das Ministerium hatte der Heinz-Kettler-Stiftung eine Schlüsselrolle bei den Rettungsbemühungen zugeschrieben. Um jetzt überhaupt noch einen neuen Investor zu finden und damit den Erhalt des Unternehmens zu ermöglichen, sei «eine sofortige Entscheidung der Kettler-Stiftung über die Höhe des von ihr zu leistenden Beitrags zwingend erforderlich», hatte es im Ministerium geheißen. Kettler hatte bereits im Juli einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. (dpa)

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